Bei der Vergoldung wird eine dünne Goldschicht galvanisch auf ein Grundmetall – meist Stahl oder Messing – aufgebracht. Das Grundmetall wird in eine Goldlösung getaucht; elektrischer Strom bewirkt, dass sich Goldionen an der Oberfläche anlagern und eine in Mikrometern gemessene Schicht aufbauen. Das Ergebnis ist ein Bauteil mit der Optik von Gold zu einem Bruchteil der Kosten einer Ausführung aus Massivgold. In der Uhrmacherei werden Gehäuse, Armbänder, Lünetten und Zifferblätter vergoldet, wenn eine Goldoptik zum Design der Referenz gehört, aber keine Ausführung aus Massivgold vorgesehen ist.
Bei Replika-Uhren wird die Qualität der Vergoldung vor allem durch die Schichtdicke und die Vorbereitung des Grundmaterials bestimmt. Eine dickere Goldschicht hält länger, bevor das Grundmetall an beanspruchten Stellen durchscheint – Kanten, Bandanstösse, Armbandglieder und Schliesse verlieren ihre Vergoldung zuerst. Bei der höchsten Qualitätsstufe reicht die Schichtdicke für längeres Tragen aus, und die Farbe ist über das gesamte Bauteil hinweg einheitlich. Bei niedrigeren Qualitätsstufen beginnt sich eine dünne Vergoldung an Kontaktstellen innerhalb weniger Monate abzunutzen. Eine ungleichmässige Farbe – heller an Kanten, dunkler auf ebenen Flächen – deutet auf eine uneinheitliche Schichtdicke auf der Bauteiloberfläche hin.
In der Praxis
- Die Schichtdicke bestimmt die Verschleissdauer. Vergoldungen werden in Mikrometern gemessen – handelsübliche Standardvergoldungen liegen bei 0.5–1 Mikrometern, während dickere Vergoldungen für die Uhrmacherei typischerweise 2–5 Mikrometer erreichen. Dickere Schichten brauchen länger, bis sie an Kontaktstellen durchgescheuert sind. Verkäufer geben die Schichtdicke selten an; die Haltbarkeit an stark beanspruchten Stellen ist der praktische Anhaltspunkt dafür, wie dick die Vergoldung tatsächlich ist.
- Abnutzung an Kanten und Bandanstössen ist im Gebrauch der erste Hinweis auf die Qualität der Vergoldung. Die scharfen Gehäusekanten, die Unterseiten der Bandanstösse und die Aussenflächen der Armbandendglieder sind die Kontaktstellen mit dem höchsten Verschleiss. Dort nutzt sich die Vergoldung schneller ab als auf ebenen Flächen. Wenn bei einer vergoldeten Uhr innerhalb des ersten Jahres regelmässigen Tragens das Grundmetall an den Kanten der Bandanstösse sichtbar wird, ist die Schichtdicke für den täglichen Gebrauch unzureichend.
- Eine einheitliche Farbe auf der gesamten Bauteiloberfläche ist ein Indikator für die Fertigungsqualität. Korrekt vergoldete Bauteile zeigen auf ebenen Flächen, an Kanten und in Vertiefungen einen gleichmässigen, einheitlichen Goldton. Wirken die ebenen Flächen eines Bauteils leuchtend goldfarben, die Kanten jedoch heller oder gelblicher, deutet dies auf eine ungleichmässige Stromverteilung während des Vergoldungsprozesses hin.
- Für eine Rosévergoldung wird statt reinem Gold eine Gold-Kupfer-Legierung verwendet – der Kupferanteil verschiebt die Farbe in Richtung Rosa- oder Rottöne. Die Farbtiefe einer Rosévergoldung variiert je nach Kupferanteil; wirkt ein rosévergoldetes Bauteil blass oder uneinheitlich rosa, deutet dies auf einen niedrigen Kupferanteil oder eine ungleichmässige Verteilung der Legierung im Galvanikbad hin.
- Vergoldungen auf Messing und Stahl liefern langfristig unterschiedliche Ergebnisse. Messing ist das traditionelle Grundmaterial für vergoldete Uhrengehäuse – es lässt sich gleichmässiger vergolden als Stahl, und seine ähnliche Farbe macht durchgescheuerte Stellen optisch weniger auffällig. Auf Stahl wird das Durchscheuern deutlicher sichtbar, weil das Silbergrau des Stahls stärker mit Gold kontrastiert als der Gelbton von Messing.
Verwandte Begriffe
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