PVD — Physical Vapour Deposition, auf Deutsch physikalische Gasphasenabscheidung — ist ein Beschichtungsverfahren, bei dem unter Vakuum eine dünne, meist schwarze oder dunkelgraue Materialschicht auf einer Metalloberfläche abgeschieden wird. Auf Uhrenarmbändern und Gehäusen erzeugt die PVD-Beschichtung eine harte, verschleissfeste Oberfläche, die mattschwarz oder satiniert schwarz wirkt, statt wie polierter Stahl zu reflektieren. Sie kommt bei sportlichen und taktischen Uhrenmodellen zum Einsatz, deren Design eine dunkle, nicht reflektierende Optik vorsieht.
Die Qualität der PVD-Beschichtung bei Replika-Uhren hängt von der Schichtdicke, der Haftung und der Oberflächenvorbereitung vor dem Beschichten ab. Bei hochwertigen Qualitätsstufen wird PVD auf einen fachgerecht finissierten Stahluntergrund aufgetragen. So entsteht eine gleichmässige, einheitliche Oberfläche, die ihr Erscheinungsbild beim täglichen Tragen bewahrt. Bei niedrigeren Qualitätsstufen beginnt eine dünne oder schlecht haftende Beschichtung an stark beanspruchten Stellen innerhalb weniger Monate, sich abzulösen, abzusplittern oder durchzuscheuern. Dadurch wird der darunterliegende Stahl sichtbar, und die Optik wirkt abgenutzt statt bewusst gestaltet.
In der Praxis
- Ein einheitlicher Farbton ist auf QC-Fotos das wichtigste Qualitätsmerkmal. Eine fachgerecht aufgetragene PVD-Beschichtung wirkt auf allen beschichteten Oberflächen gleichmässig und einheitlich — auf Gehäuse, Armbandgliedern, Schliesse und gegebenenfalls Lünette. Unterschiede im Farbton oder Reflexionsverhalten innerhalb desselben Bauteils weisen auf eine ungleichmässige Schichtdicke hin.
- Die Kantenabdeckung ist wichtig. Eine fachgerecht aufgetragene PVD-Beschichtung bedeckt auch die Kanten der Armbandglieder und die Übergangsflächen, nicht nur die ebenen Flächen. Liegt auf QC-Fotos an den Gliederkanten Stahl frei, deutet dies entweder auf eine Abdeckung dieser Stellen während des Beschichtens oder auf eine unzureichende Schichtdicke hin.
- PVD ist härter als eine herkömmliche galvanische Beschichtung, aber nicht gegen Verschleiss gefeit. Stark beanspruchte Stellen — Innenflächen der Schliesse, Armbandunterseite und Kronenkanten — zeigen zuerst Abnutzung. Bei hochwertigen Qualitätsstufen dauert dies deutlich länger als bei niedrigeren Stufen mit geringerer Schichtdicke.
- Die Oberflächenvorbereitung vor dem Beschichten beeinflusst die Haftung. Oberflächenkratzer oder eine ungleichmässige Finissierung eines Armbands unter der PVD-Schicht bleiben durch die Beschichtung hindurch erkennbar — auf QC-Nahaufnahmen als Unterschiede in der Oberflächenstruktur.
- PVD-beschichtete Armbänder sollten zusammen mit dem Gehäuse als aufeinander abgestimmte Einheit beurteilt werden. Bei einer fachgerecht ausgeführten PVD-beschichteten Replika ist der Farbton der Beschichtung auf Gehäuse und Armband einheitlich. Leicht unterschiedliche Farbtöne deuten hingegen darauf hin, dass die Komponenten separat beschafft oder beschichtet wurden.
Verwandte Begriffe
Edelstahlarmband · Integriertes Armband · Bicolor-Armband · Keramikarmband · Kautschukarmband
Weiterlesen
Einen vollständigen Überblick über die bei Replika-Uhren verwendeten Band- und Armbandtypen – einschliesslich Materialien, Konstruktionsqualität und Beurteilung der Passform auf QC-Fotos – finden Sie hier: Ratgeber zu Uhrenbändern & Gliederarmbändern für Replika-Uhren