Die Unruh ist das schwingende Regulierorgan eines mechanischen Uhrwerks – das Bauteil, das die Zeit in gleich lange Abschnitte unterteilt und das Tempo bestimmt, mit dem das Räderwerk vorrückt. Sie besteht aus einem mit Gewichten versehenen Rad, das sich mit einer festen Frequenz hin und her dreht. Die an seiner Welle befestigte Unruhspirale hält es in dieser wechselnden Bewegung. Jede vollständige Schwingung – eine Bewegung in jede Richtung – gibt die Hemmung um einen Zahn frei, lässt das Räderwerk um einen festen Schritt vorrücken und bewegt letztlich den Sekundenzeiger weiter. Die Konstanz der Schwingungsfrequenz der Unruh bestimmt die Ganggenauigkeit des Uhrwerks.
Bei Replika-Uhren ist die Unruh bei Referenzen mit Open-Heart-Zifferblatt sichtbar. Bei diesem Gestaltungsmerkmal befindet sich direkt über der Unruh eine Zifferblattöffnung, durch die sich ihre Schwingung beim Tragen beobachten lässt. Der visuelle Effekt einer sich drehenden Unruh gehört zu den eindrucksvollsten Schaumerkmalen der Uhrmacherei. Replika-Referenzen, die von Open-Heart-Designs von TAG Heuer, Ulysse Nardin und ähnlichen Marken inspiriert sind, bilden diese Öffnung als zentrales Zifferblattelement nach. Die Qualität und Verarbeitung der Unruh – ihre Symmetrie, die klare Sicht auf ihre Schwingung durch die Öffnung und die Verarbeitung des umgebenden Zifferblattausschnitts – sind wichtige Prüfpunkte bei der Qualitätskontrolle von Open-Heart-Replika-Referenzen.
In der Praxis
- Die Unruh schwingt mit einer festen Frequenz, gemessen in Halbschwingungen pro Stunde – also der Anzahl der halben Schwingungen innerhalb einer Stunde. Die meisten Replika-Automatikwerke verwenden eine Unruh mit 21,600 Halbschwingungen pro Stunde (6 pro Sekunde) oder 28,800 Halbschwingungen pro Stunde (8 pro Sekunde). Höhere Schwingungszahlen sorgen im Allgemeinen für einen gleichmässigeren Sekundenzeigerlauf und eine geringere Anfälligkeit für Lagefehler.
- Bei Open-Heart-Replika-Referenzen sollte die Unruh durch die Zifferblattöffnung deutlich sichtbar sein und beim Tragen gleichmässig schwingen. Auf QC-Fotos sollten Käufer prüfen, ob die Unruh in Bewegung ist, korrekt in der Öffnung zentriert sitzt und die Ränder der Öffnung sauber verarbeitet sind. Eine stillstehende Unruh auf QC-Fotos weist darauf hin, dass das Uhrwerk stehen geblieben ist, und sollte beanstandet werden.
- Die an der Unruh befestigte Unruhspirale gehört zu den empfindlichsten Bauteilen eines mechanischen Uhrwerks. Starke Magnetfelder, heftige Stösse oder unsachgemässe Handhabung können sie beschädigen. Replika-Uhrwerke sind unterschiedlich widerstandsfähig gegenüber magnetischen Einflüssen. Käufer, die in der Nähe starker Magnete oder elektronischer Geräte arbeiten, sollten beachten, dass eine Magnetisierung dazu führen kann, dass die Windungen der Unruhspirale aneinanderhaften, was die Ganggenauigkeit erheblich beeinträchtigt.
- Die Regulierung der Unruh – das Anpassen der wirksamen Länge der Unruhspirale zur Änderung der Schwingungsfrequenz – ist die wichtigste Methode zur Korrektur der Ganggenauigkeit eines mechanischen Uhrwerks. Die meisten Replika-Uhrwerke lassen sich von einem Uhrmacher durch Verstellen des Rückerzeigers am Unruhkloben regulieren. Käufer, die konstante Gangabweichungen feststellen, sollten eine Regulierung des Uhrwerks in Betracht ziehen, statt es zu ersetzen.
- Die Unruh ist vom Tourbillon zu unterscheiden – einer Komplikation, bei der sich die gesamte Baugruppe aus Hemmung und Unruh in einem Käfig dreht, um schwerkraftbedingte Gangfehler auszugleichen. Tourbillon-inspirierte Replika-Uhren zeigen einen rotierenden Käfig, der einem Tourbillon ähnelt, verwenden jedoch üblicherweise eine Standardunruh ohne den Mechanismus zur Lagefehlerkorrektur eines echten Tourbillons.
Verwandte Begriffe
Halbschwingungen pro Stunde · Hemmung · Automatikwerk · Tourbillon-inspiriert · 2L44 Gangreserve
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Einen vollständigen Überblick über die Funktionsweise mechanischer Uhrwerke in Replika-Uhren – einschliesslich Werktypen und Kalibervergleichen – bietet: Uhrwerke in Replika-Uhren erklärt